Der Triebschnitt- Ganz einfach, aber wichtig

Pflegeschnitt bei Laubgehölzen

Das Schneiden der Triebe ist wohl die wichtigste Arbeit, damit Ihr Bonsai klein bleibt. Es ist gar nicht so schwer. Sie dürfen nur keine Angst haben. Zuerst sehen Sie sich den Bonsai einmal von allen Seiten an. Im Kopf haben Sie die Vorstellung, wie Ihr Bonsai aussehen sollte. Nehmen Sie dann eine geeignete Bonsaischere und schneiden die Triebe bis auf 1-2 Blätter ab. Der richtige Zeitpunkt zum schneiden ist, wenn der Trieb 6-8 Blätter entwickelt hat. Wenn Ihr Bonsai noch in der Entwicklungsphase ist, lassen Sie die unteren Äste stärker auswachsen. Diese werden dann etwas dicker, so daß die Proportionen sich verbessern.

Die Arbeiten an den Trieben werden Mitte August eingestellt. Sie verhindern damit einen erneuten Austrieb, der nicht richtig abschließen kann. Sonst könnte Ihr Bonsai Frostschäden bekommen. Die ab diesem Zeitpunkt ent- stehenden Triebe werden erst im Winter, wenn die Blätter abgeworfen sind, zurückgeschnitten

Nadelgehölze

Pinus

Ausbrechen der Kerzen bei Kiefern

Die Arbeitstechnik ist bei Kiefern anders als bei Laubgehölzen. Um eine Ver- zweigung zu Fördern werden die im Frühjahr sogenannten Kerzen (Kiefernaustriebe) teilweise oder ganz herausgebrochen. Bei diesen Arbeiten sollte man keine Schere benutzen, um die Nadelspitzen des Resttriebes nicht zu verletzen. Diese Arbeit darf man nie vernachläßigen. Das Problem ist, daß Kiefern aus dem alten Holz nur sehr schlecht wieder austreiben und die Form des Bonsai sonst verloren gehen könnte. Mehr hierzu erfahren Sie bei den Pflegetips und im Gestaltungsteil.

Auszupfen der Triebspitzen bei Fichten

Bei Fichten, Tannen oder auch bei Eiben werden die Triebspitzen nach dem Aus- trieb eingekürzt. Je nach dem wieviel der Baum sich in den einzelnen Astbereichen noch weiterentwickeln soll, mehr oder weniger. Fichten und Tannen treiben in der Regel nicht mehr aus dem alten Holz aus und bilden deshalb keine neunen Triebe mehr. Diese arbeiten sollen auch relativ früh ausgeführt werden, damit neue Knos- pen sich bilden können. Die Abzuzupfenden Triebspitzen werden hierzu zwischen 2 Fingern genommen und vorsichtig eventuell mit einer großen Pinzette teilweise entfernt.

Auszupfen der Triebspitzen bei Wachholder und Zypressen

Ein gut gepflegter Wachholder bildet sehr schöne Nadelkissen aus. Auch hier ist eine richtige Arbeisweise wichtig. Es wird hierzu in der Regel kein Bonsaiwerkzeug benötigt. Zupfen Sie immer alle Triebspitzen die über die Nadelkissenstruktur herauswachsen vorsichtig aus. Mit Daumen und Zeigefinger werden die Triebe entfernt. Wenn die Polster zu dicht werden ist ein Auslichtungsschnitt nötig. Das sollten Sie alle 2-3 Jahre wiederholen um eine gute Aststruktur zu erhalten. Bei zu starkem Rückschnitt bilden sich häufig die nadeligen “Stresstriebe” aus. Diese wandeln sich zwar im laufe der Zeit wieder in normale Triebe um, stören aber oft das Erscheinungsbild. Durch eine gute Düngung, ausreichender Bewässerung und richtigtem Standort kann diese Triebbildung häufig verhindert werden.

Trieb mit 6-8 Blätter s.oben

Rückschnitt auf 1 Blatt s.unten

Picea

Juniperus und Chamacyparis

Wenn Sie einen Bonsaibaum besitzen, bei dem die grund- legende Gestaltung schon vorgegeben ist, müssen Sie sich etwas mehr Mühe machen. Hier gilt es die Aststruktur zu verbessern. Je feiner diese ist, um so wirkungsvoller wird Ihr Bonsai vor allem im Winter an einen großen Baum erinnern. Hier ist die Arbeitstechnik aber etwas anders. Kurz nach dem Austrieb werden die Triebspitzen pinziert (entfernt). Hierdurch wird das Streckungs- wachstum des Triebes zwischen den Blättern weitgehend verhindert. Durch das immerwährende Pinzieren erhalten Sie nach einigen Jahren eine wunderschöne Aststruktur..

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