Stecklinge-Gar nicht so schwer
Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine relativ einfache Möglichkeit einen Bonsai zu vermehren. Besonders im Indoorbereich ist dies auch für den Laien einfach zu bewerkstelligen. Bei Outdoor gibt es aber viele Punkte zu beachten, um eine gute Bewurzelung der Triebe zu erreichen. Beachten Sie deshalb die Angaben in den Pflegetips.
Die Vermehrung durch Stecklinge
Für die Vermehrung sollten möglichst nur die Triebspitzen verwendet werden. Die Stecklinge sollten 3-4 Blattpaare besitzen. Außerdem dürfen die Stecklinge nicht zu hart oder zu weich im Stiel sein. Der Stecklingsschnitt sollte früh morgens erfolgen. Sie haben dann eine höhere Bewurzungsquote. Achten Sie außerdem bis zu entgültigen Bewurzelung, daß der Steckling nicht welcken darf. Wenn er einmal richtig welk geworden ist, können Sie davon ausgehen, daß der Steckling keine Wurzeln mehr treibt.
Beispiele der Stecklingsvermehrung von Acer und Juniperus
Solch ein Trieb eignet sich zum Steckling
Der Steckling wird nun für das Einpflanzen vorbereitet. Beachten Sie bitte, daß der Schnitt ca. 2-3 mm unterhalb des Blattansatzes durchgeführt wird. Es sollte schräg abgeschnitten werden. Das unterste Blatt wird dann entfernt. Stecklinge von Outdoorbonsai müssen außerdem mit einem Bewurzelungshormon behandelt werden. Hierzu eignet sich Wurzelfix oder besser Rizophon Bewurzelungspuder. Tauchen Sie dazu die Basis (Schnittstelle) leicht in das Bewurzelungspuder ein und klopfen anschließend das überschüssige Pulver wieder ab. Wichtig!
Der unbehandelte Steckling
Dieser Juniperussteck- ling ist gerissen worden
Stecken Sie nun den vorbereiteten Steckling in ein Torf-Sandgemisch 1:1. Angebote Vermehrungserden eignen sich nur bedingt. Es dürfen keinerlei Nährstoffe in dem Substrat enthalten sein. Gießen Sie die Stecklinge anschließend mit einem Fungizid (Ronilian, Rovral oder Euparenb) an. Als Pflanzgefäß eignen sich handelsübliche Hobbykleingewächshäuser für die Fensterbank oder wie in unserem Beispiel ein Kunststofftopf mit einer Folienhaube (z. B. Melitta Gefrierbeutel). Bitte machen Sie einige kleine Löcher in den Beutel, damit ein geringer Luftaustausch stattfinden kann. Bei einigen Arten ist Bodenwärme bei 20 C von großem Vorteil.
Ein Plastiktopf eignet sich gut als Vermehrungstopf
Stellen Sie nun das Pflanzgefäß an einen hellen Standort, ohne direkte Sonneneinstrahlung (sonst mögliche Überhitzung in der Plastikhaube). Der Steckling muß nun regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Achten Sie bitte darauf, daß die Vermehrungserde nicht zu Naß wird und der Steckling durch einen Pilzbefall vernichtet wird. Je nach Art erfolgt das Anwachsen nach 3-12 Wochen.
So sollte die fertige Stecklingsvermehrung aussehen!




Der fertige Steckling


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