Die Besenform am Beispiel Zelkova serrata

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Die Besenform ist eine gut aber nicht ganz ein- fache Gestaltungsform. Normalerweise werden nur Laubgehölze in dieser Form gestaltet. Bei unser- em Beispiel verwenden wir eine Zelkova (jap. Ulme). Ziel ist es innerhalb eines kurzen Zeit- raumes einen Ausdruckstarken Bonsai zu erhalten. Die herkömmliche Art durch richtiges schneiden der Jungpflanze ist sehr langwierig. Wir möchten Ihnen hier eine Professionelle Form der Gestaltung präsentieren.

Als Ausgangspflanze verwenden wir in diesem Beispiel eine ca. 50 cm hohe Pflanze. Diese ist ca. 8 Jahre alt. 4 Jahre hat sie auf dem Feld gestanden und wurde im Frühjahr 2001 in einen Container gepflanzt. Im Laufe des Jahres wurde diese mehrmals beigeschnit- ten. Wichtig war uns ersteinmal nur das wir eine kräftige Aus- gangspflanze gewinnen konnten.

Für unsrere Gestaltung benötigen wir nur den Stamm. Bei einer guten Bonsai in Besenform sollten die Äste nur aus einer Basis entspringen. Da das wie auf dem nebenstehenden Bild nicht der Fall ist,  müssen wir uns von der Krone trennen.

Unterhalb der Krone wird die Rohpflanze einfach gerade abgesägt. In unserem Beispiel bleibt von der Rohware wie gesagt nur ca. 18 cm Stamm mit einem Durchmesser von 5 cm übrig

Die nun folgende Bearbeitung ist wichtig und sollte genauso ausgeführt werden wie hier beschrieben. Mit einer Bonsaisäge schneiden Sie nun einen V-Förmigen Einschnit in den Stamm.

So muß der V-Ausschnitt aussehen.Schneiden Sie möglichst einen sauberen Schnitt um Pilzerkrankungen im Holz vorzubeugen.

Verschliessen den Schnitt nur mit dem bei uns käuflich zu erwerben- den Jap. Wundverschlußmittel. Mit Lac Balsam oder sonstigem Wundverschlußmittel werden Sie keinen guten Erfolg erzielen.

Das Wundverschlussmittel wird erst wie Knetgummi durchgeknetet und dann aufgetragen. Achten Sie unbedingt darauf das dieser “Kit” etwas über den Rand verteilt wird. Dies ist sehr wichtig um eine gute Kallusbildung, aus denen die neuen Triebe wachsen werden, zu erreichen.

Nach dieser Arbeit wird mit einem Isolierband (feuchter Bast geht auch) feste um die so vorbereitete Schnittstelle mehrlagig gewickelt. Der Grund ist folgender: Die Kallusbildung erfolgt nach innen. So ensteht kein unschönes Wundgewebe nach aussen. Dieser “Verband” bleibt bis Ende des Jahres an der Rohpflanze.

Im laufe des Frühjahres wird die so vorbereitete Pflanze austreiben. Entfernen Sie frühzeitig alle Triebe die unterhalb des Isolierbandes erscheinen. Sie zwingen so die Zelkova zum Austrieb an dem unter dem Wundverschlussmittel gebildetem Kallus. Günstig ist es, wenn Sie die Pflanze zum austreiben in ein Gewächshaus stellen. Lassen Sie die Triebe die oben an der Basis erscheinen bis zum August wachsen. Diese können ruhig 0,5 m hoch werden. Dann wieder auf ca. 10-15 cm zurückschneiden. Achten Sie weiterhin auf eine gute Wasser- und Düngerversorgung.

Nach dem Ende des 1. Jahres wird bei befolgen unserer Ratschläge Ihre Zelkova so ausehen wie auf dem links nebenstehendem Bild. Sie erhalten eine sehr gute Ausgangspflanze für die weitere Gestaltung.

Rechts können Sie gut den Austrieb an der oberen Basis erkennen. Eine reiche Verzweigung von einem Punkt aus ist erreicht. Gut ist auch zu sehen, das die Wölbung, bedingt durch die Kallusbildung sich nur sehr gering nach aussen sich ausgebildet hat.

Nun ist auch Zeit den Wurzelansatz zu verbessern. Da auf dem Feld gewachsene Pflanzen fast nie einen guten Wurzelansatz ausgebildet haben, ist es sinnvoll jetzt daran zu arbeiten. Um einen schnellen und guten Erfolg zu erreichen sollten Sie die Rohware abmoosen. Wie dies geht können Sie hier sehen und nachlesen.

Gleichzeitig ist auch eine Grundgestaltung der Krone wichtig. Entfernen Sie alle unnötigen Zweige. Achten Sie auf eine gleichmässige Verteilung der Äste. Durch Drahten geben Sie der Rohpflanze eine Grundgestaltung. Der Bonsaidraht bleibt in der Regel bis zum Ende des folgenden Jahres an der Pflanze. Achten Sie aber darauf, das der Draht nicht einwächst. Eventuell müssen Sie diesen auch schon früher entfernen.

Am Ende des nachfolgenden Jahres wird die Verzweigung wesentlich besser sein. Es ist nun auch Zeit den Baum nach erfolgter Bewurzelung von der alten Unterlage abzutrennen. Pflanzen Sie dann den Bonsai in eine flache, der Stammdicke und Bonsaihöhe angepasste Bonsaischale. Wenn Sie ein schwächeres Wachstum für eine gute Gestaltung haben möchten, empfehlen wir Ihnen, das Sie reines Akadama verwenden sollten.

An unserem Beispiel können Sie sehen, das es oft günstiger ist, mit radikaleren Schnittmassnahmen einen guten Bonsai zu erhalten. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim nachmachen.

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